DO YOU KNOW WHO MADE YOUR DRESS?

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Wir wissen alle, dass Kinderarbeit und Ausbeutung in der Modeindustrie zum traurigen Alltag gehören.

Zahlreiche Kampagnen in den letzten Jahren haben uns dieses Wissen nicht vergessen lassen. Wir waren empört, schockiert, betroffen und fühlten uns betrogen von all den grossen Brands in den Einkaufszentren. Wir hiessen ihr Handlen nicht gut und fanden die öffentlichen Hetzkampagnen nur richtig. Sollten diese Schurken büssen für all die Leben, die sie ruiniert hatten, für all die armen Frauen in brennenden Fabriken und Kinder mit vergifteten Körpern. Das ganze, wie so vieles in den Medien und in unserem Bewusstsein, hielt für die meisten von uns gerade mal einen Monat. Maximum. Dann kam die nächste „SALE“-Kampagne von H&M oder Zara oder Mango oder wem auch immer und wir wurden wieder zu kaufwütigen Fashionanhängerinnen. Zumindest war das bei mir so.

Factory worker from SEKEM in Egypt - fair treatment shows on the worker's face and in his demeanor.
Factory worker from SEKEM in Egypt – fair treatment shows on the worker’s face and in his demeanor.

„Die anderen tun’s doch auch. Wieso sollte nur ich nicht die Kleidung kaufen können, die ich möchte? Ich kann mir die teuren Sachen von irgendwelchen Modeboutiqen, die auf Nachhaltigkeit und Fairness achten nicht leisten! Ich MUSS ja fast zu den günstigeren, massenproduzierten Modehäusern gehen!“ Lauter gute Gründe hatte ich und habe ich noch heute. Ich kaufe niemals leichtgläubig und ohne zu überlegen ein, aber ich kann mich nur so einschränken, dass ich überhaupt noch Kleidung kaufen kann. Auf Herkunft und Produktion achte ich genauso wie auf Nachhaltigkeit aber sollte mich das Modehaus belügen habe ich keine Chance. Als Käuferin bin ich den allfälligen Lügen der Marken ausgeliefert und sehe mich gezwungen, Schweigen oder Undurchsichtigkeit der Produzenten meiner Mode als negativ einzustufen. Das heisst, wenn nicht steht, dass auf all die wichtigen Faktoren geachtet wurde, dann wurde das auch nicht und ich kaufe unter Umständen von Kindern genähte Ware.

„Die Modeindustrie lässt uns oft keine Wahl.“ Das stimmt schon und ist eines der Dinge, die uns bei la marui am meisten trifft. Es braucht nicht nur für alle Grössen mehr Auwahl; es braucht allgemein mehr Auswahl. Damit meinen wir nicht die Farben oder Styles der Kleidung. Mehr faire, mehr nachhaltige, mehr „gute“ Mode muss her. Wir müssen uns von den Marken distanzieren können, ohne in unserer Wahl komplett eingeschränkt zu werden. Eine Verschiebung auf trendige UND „gute“ Mode würde den anderen nichts anderes übrig lassen, als sich anzuschliessen und Transparenz zu zeigen. Fair zu sein. Wer gibt uns denn das Recht, diese Menschen zu ignorieren und die Schuld auf die Marken zu schieben, wenn wir wissen, dass die Nachfrage schliesslich immernoch das Angebot bestimmt? Wohl wahr, dass die Abwärtsspirale der Preise viele Produzenten von Mode dazu „gezwungen“ hat mitzumachen, doch sind wir denn wirklich so machtlos? Sollte das nicht zweitrangig sein, vor den ganzen Menschenleben die hier – entschuldigt die forsche Sprache – draufgehen? Wenn wir das ganze betrachten, sehen wir doch immernoch im Grunde die Ungerechtigkeit, gegen die wir etwas tun können. Ganz konkret. Vielleicht ändern wir nicht über Nacht die ganze Industrie aber wir haben eine Stimme, denn wir haben Geld. Wir besitzen Kaufkraft und somit Macht.

Photo courtesy of fashionrevolution.org
Photo courtesy of fashionrevolution.org

Kampagnen, wie die „Fashion Revolution“ zielen genau auf dieses Wissen und unseren Einfluss. Wir sollten die ganzen Modemarken ganz ehrlich fragen: „Wer hat meine Kleidung gemacht?“ Transparenz ist der erste Schritt. Vielleicht nur ein kleiner aber einer mit so richtig viel Bedeutung.

Wir haben keine Ausreden mehr.

Es geht hier um Menschen.

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