Katrin

 

STECKBRIEF

Alter: offiziell 48 doch viele bezweifeln, dass ich jemals Erwachsen werde

Kleidergrösse: 54 – 62

Körpergrösse: morgens 160 cm und abends 157 cm

Nationalität: Mensch mit deutschem Pass

Beruf: heute (Hunde-) Verhaltensberaterin und Familienmanagerin aus Leidenschaft, früher Pharmazeutisch – technische Assistentin und Mädchen für alles

 

WIE IST FÜR DICH DER ALLTAG ALS DICKE FRAU?

Ich liebe das Leben, jeden Tag!
Ich bin seit 3 Monaten endlich als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin freiberuflich Selbständig. Ich habe meine Leidenschaft für Mensch und Hund zum Beruf gemacht. Selbständigkeit, ein Ziel was ich mir schon ganz früh gesteckt hatte, von dem ich aber immer wieder aus den unerfindlichsten Gründen abgekommen bin. Das Ergebnis ist ein ziemlich mäanderter Lebenslauf, weil ich mich nie lange irgendwo richtig wohl gefühlt habe und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen war.
Mein Weg war nicht der einfachste, aber ich bin gut ausgestattet worden alle meine Herausforderungen mehr oder weniger gut meistern zu können.
Ein messerscharfer Verstand und eine offensichtliche Vielbegabung gepaart mit einer außergewöhnlich hohen emotionalen Intelligenz, machen einem das Leben zwar nicht immer leicht, aber es lässt einen immer Wege finden seinem Ziel ein kleines Stückchen näher zu kommen. Wenn man denn ein Ziel hat! Meins heißt: Freiheit!

Für mich selbst ist und war das “Dick sein” nie wirklich ein Problem, war ich doch schon immer sehr davon überzeugt der Welt viel mehr zu bieten, als meine physische Hülle. Ein Problem haben eigentlich immer nur meine Mitmenschen daraus gemacht und wenn man es bloß oft genug gesagt bekommt, oder die Ablehnung anderer erfährt kommt man unweigerlich irgendwann selbst an den Punkt an dem man anfängt zu glauben, nicht richtig zu sein, da nutzt einem auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein kaum noch etwas.
Dicksein ist halt doch irgendwie immer Thema und da kann man machen was man möchte es bleibt auch so. Egal wie gut man in der Schule oder Job ist, wie klug, wie belesen, wie künstlerisch kreativ, wie bemüht es allen recht zu machen , wie sportlich, wie wichtig einem gute Beziehungen sind, wie fleißig, wie liebevoll,  ich mich auch zeige….man kommt immer wieder an diesen einen Punkt:

Ja, ich bin eine kleine, dicke Frau.
Oftmals ganz subtil, aber nicht weniger verletzend!
Manchmal regelrecht diskriminierend, obwohl das doch eigentlich verboten ist?
Unbedacht, aber trotzdem böse.
Gut gemeint doch häufig tief unter die Gürtellinie!

Damit ihr besser versteht was ich meine:
Ja, ich hatte einen Bandscheibenvorfall und trotzdem ist es jetzt nicht an der Zeit endlich abzunehmen, denn ich kenne genügend schlanke durchtrainierte Menschen denen das Gleiche passiert ist, was ratet ihr denen?

Ja, es stimmt, ich habe keine Lust mich zu den regelmäßigen Walkingtreffs aufzuraffen und ich streite gar nicht ab, dass mir die Bewegung gut tun würde, aber nicht etwa weil ich faul bin, oder nicht mithalten könnte, sondern weil die Termine einfach nicht in meinen oft engen Tagesablauf passen. Das ist doch legitim oder?

Ja, es ist richtig, dass ich mich Mittags oft eine Stunde hinlege, aber sicher nicht, weil ich so eine gemütliche Couch Potatoe bin, sondern weil ich meinen gehbehinderten Vater betreue, 2 halbwüchsige Kinder durchs Leben coache, ein One women Business aufbaue und ach ja, weil mir doch irgendwie der Schock, dass mein Sohn 2015 an Krebs erkrankt ist, nach einem Jahr immer noch in den Knochen steckt. Es gibt viele Menschen die an einem Burn Out zu leiden haben. Ich zum Glück nicht!

Und ja es ist auch richtig, dass ich selten Restaurants aufsuche an denen man ein großes goldenes M auf der Tür findet, aber ich mache es nicht, weil ich auf mein Gewicht achte, sondern weil weder Firmenphilosophie noch die angebotenen Produkte meinem Verständnis gesunder Ernährung, noch einem achtsamen Umgang mit unserem Planeten entsprechen.

Und wenn man in einem Bewerbungsgespräch gesagt bekommt, dass man nicht dem Bild entspräche um Gesundheit zu verkaufen, fehlen selbst mir die Worte.
Das sind nur ein paar Beispiele, doch ich erlebe diese Art von psychischen Verletzungen so häufig, dass ich einfach nicht mehr höflich darüber schweigen möchte und überlege ernsthaft auch dieses Thema in mein Coaching Programm mit aufzunehmen. Es gibt so unendlich viele Betroffene, denen ich gerne helfen würde auch ihre Seele zu schützen und zu pflegen!

Früher habe ich diese Attacken geschluckt und als weitere Schramme auf meinem Selbstwertgefühl vermerkt, habe rücksichtsvoll geschwiegen und mir mein Teil gedacht und das war häufig auch nicht nett….schlechtes Karma. Das ist heute vorbei. Heute gehe ich ganz offen damit um, stelle unbequeme Gegenfragen, setze klare Grenzen, habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich es mir irgendwo gut gehen lasse, ich versuche nicht mehr unsichtbar zu sein! Ich bin wie ich bin und das ist gut so! Wem das nicht passt, …..mir egal!
 

GABS EINEN PUNKT AN DEM DU DICH ALS DICKE FRAU AKZEPTIEREN KONNTEST?

Ja es gab tatsächlich einen festen Zeitraum an dem ich es festmachen könnte. Die Erkenntnis, dass auch meine 2. Ehe den Bach runtergegangen ist, obwohl ich mich fast halbiert hatte durch einen heftigen Kampf gegen mich selbst, mit der Folge, dass ich mich selbst nicht mehr erkannt habe wenn ich an Spiegeln vorbei ging. Ich war mir fremd geworden. Hatte mich irgendwo zwischen Abführtabletten, extrem viel Sport, Entwässerungstees und einem starren Ernährungskonzept verloren.
In der Phase der Trennung konnte ich den immerwährenden Kampf gegen mich selbst nicht weiter aufrecht erhalten. Ich habe mich beschimpft, gehasst, verurteilt, weil ich dachte, nun hätte ich völlig und auf ganzer Linie versagt! Irgendwann habe ich am Boden zerstört „einfach“ kapituliert, ich war Kampfes müde, brauchte Erholung auf allen Ebenen, das hat mein Körper mir klipp und klar signalisiert. Was dank JoJo daraus resultierte brauche ich wohl nicht weiter erläutern und es brauchte Zeit und gute Nerven mich wieder zu finden.
Schnell und einfach? Es wäre ja zu schön gewesen um wahr zu sein. Ein Fingerschnipp und ich bin Selbstbewusst, ein weiterer Dreh mit dem Zauberstab und ich weiß auf einmal was ich mir selbst Wert bin? Ein Zauberspruch und Selbstliebe ist selbstverständlich? Pustekuchen, wir sind hier leider nicht bei „Wünsch´ dir was“!

Es begann ein sehr lehrreicher Prozess, manchmal etwas leichter, zeitweise harte Arbeit, der sich seit Jahren hinzieht mit dem Ergebnis, dass ich heute sehr authentisch bin und andere an meinen Erfahrungen teilhaben lassen kann. Immer ehrlich zu sich selbst sein, mich fair und liebevoll behandeln! Geduld zu haben, Stress reduzieren,  für sich selbst Partei ergreifen und die kleinen Hindernisse des Alltags meistern, z.B. Parkplätze finden wo nicht Tür an Tür geparkt wird und zu weinen wenn einem danach zu Mute ist, stellen mich immer wieder vor neue Herausforderungen und ich denke das wird auch so bleiben. Es nutzt gar nichts nur darüber nachzudenken, man muss es fühlen und das tut weh, mal mehr mal weniger.


 

HAST DU EINEN TRAUM DEN DU DIR NOCH ERFÜLLEN WILLST?

Ich habe noch so viele Träume!
Irgendwann werde ich mit meinen Hunden in einem Wohnmobil durch Europa zigeunern. Noch mindestens einmal in der Bretagne auf einer Klippe stehen, mir den Sturm um die Ohren pfeifen lassen und die raue See genießen und einen Sonnenuntergang aus den schottischen Highlands betrachten.
 

GIB UNS NOCH EIN PAAR POSITIVE GEDANKEN MIT

Das Leben ist Wunder – voll und viel zu kurz für trübe Gedanken.
Lebe, lache und genieße es nach deinen Möglichkeiten!
Erkenne die Schönheit und die Einzigartigkeit in allem und vor allem in Dir:

Sei Du selbst! Jetzt!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.