STARTUP ON MY MIND

Ich habe lange überlegt, welches Thema ich für den neusten Eintrag bearbeiten soll. Es ist Sommer, die Modewelt dient mit „Summer Sale!“ überall den ‚fast fashion‘-Anhängerinnen und wir alle suchen uns die Informationen zu den neusten Trends online zusammen. Mitmischen wäre definitiv eine Option gewesen, doch schien mir die Startup-Szene und unsere Erfahrung ebenso wichtig. Und gerade weil Sommer ist, ein wenig erfrischender als einfach repetitiv nachzuplappern was bei anderen zu lesen ist.

Für die von euch, die nicht an ökonomischem Gefasel interessiert sind; keine Sorge, der Eintrag bietet einen Einblick in die Mühen und Freuden der Entstehung von la marui. Ich werde hier nicht in lange Ausschweifungen ausbrechen und es ist eine kurze Übersicht über Startup-Gründung und was das so alles mit sich bringt.

Laut dem Bundesamt für Statistik, gibt es rund 40’000 Gründungen jährlich in der Schweiz. Obwohl generell bekannt ist, dass Startups nicht die rosigsten Aussichten bezüglich Arbeitspensum und finanzieller Sicherheit mit sich bringen, überwiegt scheinbar bei vielen GründerInnen der Wunsch ihr Geschäftsleben selbst zu bestimmen. So war es auch bei uns 3DIVAZ: eines Abends, nach ein paar Gläsern Wein und Cynar beim Chinesen in Altstetten (super Essen, übrigens) hatten wir genug. Oft hatten wir uns zu dritt mit einer guten Freundin und Arbeitskollegin über unseren Beruf damals ausgelassen; die Kommunikation bemängelt, die stressige Situation verflucht und die fehlende Wertschätzung der Mitarbeitenden kritisiert. Wirklich produktiv konnte man das nicht nennen. Wir änderten dadurch unsere Situation keineswegs. Zurück zum Chinesen. Wir waren also wieder einmal dabei, uns mit einer Arbeitskollegin über die Missstände aufzuregen, als uns – wie vielen wahrscheinlich – der zündende Gedanke kam: eigene Firma! Die alten Säcke konnten uns doch mal, wir wollten etwas Tolles schaffen. Wir wollten produktiv sein und unsere Energie in etwas investieren, was uns und die Leute um uns herum weiterbrachte. Die Arbeitskollegin Jana Ivanov, die damals 2013 dabei war, begleitete uns auf der ersten Strecke der Gründung. Das war der Start der drei Diven.–

Jana, Sam und Liana (von links nach rechts)
Jana, Sam und Liana (von links nach rechts)

Die nächsten Monate verbrachten wir mit Informationsbeschaffung, Marktanalysen, Beratungssitzungen zur Gründungsprozedur und viel mehr. Wir wollten wissen, ob unser Startup überhaupt realistisch war. Denn als der Alkoholrausch nachgelassen hatte, war uns doch auch bewusst, dass das alles nicht so einfach sein konnte. Wir wurden auch oft gewarnt: Die Finanzielle Gratwanderung zwischen dem Job, den man momentan macht und dem eigenen Startup sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Den richtigen Augenblick zu erwischen und dem Startup genug Zeit widmen, das waren wichtige Lehren aus den Beratungsgesprächen und später auch aus eigener Erfahrung. Aufgeben war aber irgendwie von Anfang an nie ein Thema. Als nach einem halben Jahr deutlich wurde, dass unser Originalprojekt – die Verkaufsplattform für eine ganz spezifische Marke aus Kanada zu werden und so mit ihnen zusammen zu arbeiten – nicht klappen würde, mussten wir uns umorientieren. Wir fokussierten also auf das Kernthema – Mode für Frauen im grosse Grössen-Bereich. Mit allem was uns wichtig war: Nachhaltigkeit, Fairness, Qualität und so weiter. Wir erarbeiteten also ein neues Konzept, starteten die Arbeit an einem neuen Businessplan und gründeten gleichzeitig im Juli 2014 unsere Firma 3DIVAZ GmbH. Ein Meilenstein und der Startschuss für einen Marathon!

Nun galt es ernst; wir hatten eine Firma und wollten uns so richtig ins Zeug legen, um etwas daraus zu machen. Es dauerte ein volles Jahr – die Entscheidungen und Diskussionen, die rechtlichen Fundamente und Absicherungen, die genaue Definition unseres Geschäftsmodells und das Netzwerk – bis wir einen klar(eren) Startplan hatten. Nun mussten wir die ganzen Verträge mit den Partnerfirmen für Logistik, Zahlungssystem, Lagerhaus, Produktion, Webhosting und so weiter definieren und finalisieren. Weitere Monate vergingen und ich denke, das ist ein wichtiger Teil unseres Lernprozesses: es geht grundsätzlich alles. Man kann alles lernen, doch braucht es oft unglaublich viel länger, als man dachte. Wir waren keineswegs naiv, doch hätten wir uns nie träumen lassen, wie sehr die Zeit zu Mangelware werden würde. Gerade im Modebereich, wo die Saison den Zyklus bestimmt und alles genau kalkuliert wird, ist es nicht einfach, neu einzusteigen.

Die letzten Monate 2015 und nun das erste halbe Jahr 2016 war grossartig und schrecklich zugleich. Wir haben die Produktion überwacht (mit den Produzentinnen über Farben und Material gestritten), die ersten Pakete verschickt (das Design der Schachtel gefühlte 100 Mal geändert), die Webpage live geschaltet (viel über wie man eine Page NICHT aufsetzt gelernt) und vieles mehr. Was ihr heute seht, ist Produkt unserer Steilen Lernkurve von Startup-Laien zu Gründerinnen und Geschäftsfrauen. So viel Liebe und harte Arbeit ist in unser Projekt und la marui eingeflossen und wir schätzen uns, trotz Stolpersteinen, sehr glücklich so weit gekommen zu sein. Wir wollen die Verbindung zu unserem originalen Gedanken nicht aus den Augen verlieren und mit diesem Blogeintrag wollen wir nicht nur den la marui Kundinnen einen Blick hinter die Kulissen geben, aber auch uns selbst daran erinnern, was wir schaffen wollten und wohin wir von hier aus gehen müssen.

Wohin wir gehen wollen.

Wohin wir gehen.

Eure la marui Gründerinnen

Liana und Sam

TERMINOLOGY, BODIES AND SOCIETY

Recently, several women* have discussed the term „plus size“ in the media and are adamant about it being removed from our active vocabulary. You ask why is the term so hated? If there is a positive way of saying fat women, wouldn’t plus size then be a great term to use?

Well, that is true, if that is the extent of your wishes. If as women and as part of today’s society we want to be termed and therefore confined within that space, then plus size is a great term to use. And to be honest, I kinda like it, too. It’s energetic, sounds kinda fun and gives the ‚body large‘ community an identity through being named and identifiable.

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But it also means that we are being differentiated. We are not the same as ’normal‘ women or everyone else in the fashion industry (which basically means all the ’skinny‘ people and fashion). We are the others. ‚Otherness‘ is a common term used in Anthropology and Ethnology to describe the feeling of being an outsider, and the feeling of seeing someone as an outsider. It goes both ways and thus creates difference, not in the sense of individuality but negative distinction. As such, societies and we as humans should not strive to negatively differentiate ourselves from other humans. We should see common factors and promote ‚togetherness‘.

In the plus size dialogue this translates to getting rid of a term to differentiate large bodies and their fashion, lifestyle and identities from the norm. Rather than finding a better, more suited term or getting people to accept plus size as something not apart from them, the goal should be to remove terminology all together. If there is no term and fixed identity to judge and categorize women by, we can start talking about acceptance of different body images and lifestyles.

We can start talking about fashion.

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*Both Ashley Graham and Melissa McCarthy have spoken very eloquently about this topic. Check out their videos and interviews online for more details!

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Melissa McCarthy agrees with Ashley Graham about the negatives of the ‚plus size‘ label (external link)

SOMETHING ABOUT LA MARUI

Diesen ersten Eintrag schreiben wir vom la marui team, um euch Einsicht in unsere Philosophie, Werte, Produktion und vieles mehr zu verschaffen.

Liana Zanin und Samantha Khairallah heissen wir und sind ein Zwei-Generationen-Team. Da la marui unser schwer erarbeitetes Wunschprojekt ist, möchten wir vieles im Online-Shop direkt selber machen, so zum Beispiel auch den marui blog. Von Anfang an merkten wir, dass es uns unglaublich wichtig ist, euch Qualität liefern zu können. Da wir oftmals selbst am meisten Einsicht haben und immer mit Herz bei der Sache sind, möchten wie deshalb gerne so lange wie nur irgend möglich in allen Bereichen von la marui persönlich involviert sein.

So haben wir uns auch entschieden die Basic Collection, die nun im SHOP für euch bereit ist, selbst produzieren zu lassen. Wir haben uns in Ägypten tolle Partnerunternehmen dazugeholt, um euch die besten Materialien liefern zu können. Wir arbeiten dort mit SEKEM und deren Textilabteilung NatureTEX zusammen, die uns zertifizierte, biologisch angebaute und fair gewonnene Baumwolle liefert und verarbeitet.

Die sehr langfasrige ägyptische Baumwolle war schon immer bekannt für ihre hohe Qualität und Hautverträglichkeit. Die Entscheidung in Ägypten zu produzieren fiel also leicht und wir haben das mit der Hautverträglichkeit natürlich gleich selber ausprobiert. ?

Wir sind uns sicher, dass ihr auch super-zufrieden damit sein werdet.

Wie uns die Qualität der Materialien wichtig ist, sehen wir uns auch in anderen Bereichen verpflichtet die Qualität an oberste Stelle zu platzieren. Wir möchten, dass ihr als Kundinnen und Frauen durch unseren Shop, den Blog und das soziale Netzwerk nicht nur Einblicke in das Unternehmen, sondern volle Transparenz in unseren Meinungen und Gedanken als Gründerinnen erlebt und ein einmaliges Einkaufserlebnis geniesst.

Unser Wunsch ist, dass la marui nicht nur einfach ein weiterer Online-Shop wird, sondern eine Vorreiterin – eine Hybridform zwischen Netzwerk und Shop. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass la marui positive und faire Botschaften senden soll, damit wir Frauen uns angesprochen und respektiert fühlen.

Hierzu noch einen kleinen Einschub; die Mode von la marui ist für füllige Frauen. Wir haben unser Motto als Wunsch einer Mode-Demokratie formuliert und möchten, dass – ganz unabhängig von Grösse – alle Frauen sich so kleiden können, wie es ihnen passt. Was es aber nicht heisst, ist dass wir ungesundes Körpergewicht – sei es zu wenig oder zu viel – gutheissen wollen. Die Diskussion um Körpergewicht nehmen wir sehr ernst und haben uns entschieden, dass la marui das ‚positive body image‘ (das positive Körperbild) fördern soll.

Wir freuen uns unendlich auf euch und euer feedback!

Bitte lasst uns wissen, wenn ihr Anregungen, Ideen und weiteres habt.

Liana und Sam

la marui