FROM la marui WITH LOVE – THOUGHTS ON PACKAGING

Kennt ihr das Gefühl der Vorfreude auf ein Paket? Ihr habt etwas bestellt und könnt es nun kaum erwarten, das Gekaufte bei euch zu Hause auszupacken. Es gibt nicht viel, was dieses Gefühl verbessern könnte – oder doch? Leider musste ich aus eigener Erfahrung feststellen, dass egal wie sehr man sich freut, es einige Faktoren gibt die die Freude dämpfen können. Die Kleidung passt nicht, das Bestellte ist kaputt oder wurde gar falsch geliefert. Mit dem Inhalt kann natürlich etliches schief gehen, das ist klar. Was aber ebenfalls einen positiven – und eben auch negativen – Einfluss haben kann ist die Verpackung.

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ÖKOLOGIE

Billige Plastiktüten, die in alle Öffnungen des Briefkastens, der Haustür oder Wohnungstür gestopft werden und das „Paket“, geschweige denn den Inhalt, billig wirken lassen dominieren die Versandlandschaft. Dass wir damit der Umwelt keinen gefallen tun ist uns mittlerweile allen klar, denke ich. Das ist aber bei Weitem nicht alles; was macht man mit dem haufen Plastik der übrig bleibt? Wegwerfen, meistens. Damit endet auch gleich der ökologische Kreislauf. Kein Recycling, kein wiederverwenden.

Auch wenn wir etwas retournieren müssen, ist der Plastikkrieg die Hölle – sei es für Kundin oder für Logistikzentrum (die die Plastiktüten den richtigen Kleidern zuordnen und das ganze neu verpacken müssen). Ja, sicherlich gibt auch Vorteile der Plastickverpackung. Zum Beispiel ist sie meist für die HerstellerIn die günstigste Verpackungsart in der Produktion und eventuell auch im Versand. Zudem ist sie leichter als viele andere Materialien. Jedoch ist im Gegensatz dazu käme eine Verpackung, die wieder und wieder verwendet werden kann und nicht aus umweltschädlichem Material hergestellt wird, der idealen ökologischen Herstellung am Nächsten. Wir würden somit auch gleichzeitig eine wichtige Aussage an die Frauen transportieren und schon beim Auspacken ein positives Erlebnis schenken können.

ERLEBNIS

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Ausschlaggebend hat uns bei la marui eine weitere junge schweizer Modefirma beeinflusst. SelfNation, die Jungs von der Eidgenössisch Technischen Hochschule in Zürich (ETHZ) haben ein Messystem entwickelt und produzieren massgeschneiderte Jeans auf Anfrage. Als ihr Paket bei uns ankam waren wir begeistert; so viel Sorgfalt und Liebe hatten wir nicht erwartet. Das silbern glitzernde Paket war innen mit Seidenpapier ausgelegt, hatte eine persönliche Grusskarte mit drin und machte insgesamt einen unglaiblich herzlichen Eindruck. Das war zum Glück ganz am Anfang unserer Planung und so wussten wir gleich, worauf es wirklich ankam. Wir mussten unsere Liebe für das Produkt und unseren Respekt für unsere Kundinnen mitschicken. Wie wir das mit jedem Paket machen, möchte ich euch in diesem Blogeintrag vorstellen. Ich hoffe, dass bei allen die bereits bestellt und eine Lieferung erhalten haben,  diese Sorgfalt und Liebe für unsere Kleider auch ankommt!

KONSTRUKTION DER BOX

Wir haben uns also nach dem SelfNation Erlebnis zusammengesetzt und besprochen, was wir denn genau von einer Verpackung wollen. Zentral war dabei, wie auch bei der Kleidung, die Umweltfreundlichkeit. In unserem Bestehen auf bio wollten wir zudem ebenfalls konsistent bleiben. Auch wenn wir keinen Karton mit biologisch abbaubaren Farben gefunden haben, so wollten wir doch so weit weg von bekannten umweltschädlichen Materialien wie möglich.

Unser erster Erfolg war daher unsere Entdeckung einer Klebband-freien Schachtel. Sie erlaubt ungehindertes Verpacken, Verschliessen und Wiederverwenden ohne auch nur ein einziges Stück Klebband zu benötigen. Sie muss auch von der Verpackungsstation in unserem Logistikzentrum nur aufgeklappt werden und ist daher wunderbar effizient. Die Klappe ist so konzipiert, dass sie fest verschliesst aber mit Zug an der richtigen stelle (beidseitige Einbuchtungen vorne an der Klappe) wie Butter aufgeht. Auch ist so eine schöne, simple Schachtel super wiederverwendbar für andere, persönliche Dinge. Sei’s zum Verstauen oder um jemandem etwas per Post zu senden. Wir waren verständlicherweise sofort Feuer und Flamme.

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VERPACKUNG DER KLEIDER

Nun brauchten wir noch eine gute Idee für die Verpackung der einzelnen Kleidungsstücke in der Schachtel. Die grosse Frage war, wie wir organische Materialien, schönes Verpackungsdesign, Schutz der Kleidung und Wiederverwendbarkeit in einem gewährleisten konnten. Natürlich war das Seidenpapier auch eine Option doch dachten wir uns, dass das wohl eher weggeworfen als wiederverwendet werden würde. So schieden etliche Verpackungsarten aus. Die zündende Idee kam Liana, als sie bei unserer Produktionsstätte SEKEM in Ägypten war. Da die Materialien dort grundsätzlich alle biologisch angebaut werden, mussten wir uns darum keine grossen Gedanken machen. Wenn wir davon nun einfach kleine Stoffsäckchen nähen könnten (zu vertretbaren Preisen), wären diese auch für vieles wiederverwendbar – ja sogar waschbar.

Prompt war das genähte Säckchen bestellt und wir mussten gar nicht lange überlegen: Stoffsäckchen aus bio-Baumwolle, wiederverwendbar, wunderschön reine Farbe – nur ein wenig teurer als die Plastiktüte und unendlich wiederverwendbar mit tollem ökologischen Fingerabdruck. Gekauft!

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Das Resultat ist eine starke Kombination von Materialen in der „äusseren Verpackung“ und der „inneren Verpackung“, die ihr als Kundinnen hoffentlich ebenso toll findet wie wir. Wie ihr die Kartonschachtel wiederverwenden könnt, denke ich ist ziemlich klar. Was ihr aber alles mit dem Stoffsäckchen anstellen könntet, das ist ein bisschen komplizierter. Hier ein paar Ideen:

Wäschesäckchen (auf Reise), Schuhsäckchen, Aufbewahren von zerbrechlichen Materialien, Reisekissen (gefüllt mit Kleidern), Laptop/iPad-Schutz, organisieren im Koffer (Socken/Unterwäsche/BHs) und vieles mehr.

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From la marui with love.

JAPAN IM WANDEL

Shibuya Scramble Crossing - gefunden auf foursquare.com
Shibuya Scramble Crossing – gefunden auf foursquare.com

Vielleicht fragt ihr euch jetzt, weshalb la marui einen Blogeintrag zu Japan veröffentlicht, wo wir doch so Schweiz- oder zumindest Europafokussiert sind? Berechtigte Frage, die wir natürlich gleich auch beantworten: Wir haben durch mich, Samantha, eine intensive Verbindung zu Japan aufgebaut, da ich momentan in Tokyo wohne. Zudem sind einige unserer Stücke inspiriert von traditionell japanischer Kleidung (als Beispiel: unser Bademantel gleicht in seiner einfachen T-Form dem Yukata, dem japanischen Sommerkimono).

Auch ist unser Name Japanisch: „marui“ bedeutet „rund“ und „maru“ Kreis im Japanischen (das „la“ ist dann doch ganz dem Französischen entlehnt). Vielleicht fragt ihr euch nun, weshalb wir ursprünglich auf Japan gekommen sind, weshalb ein Teil des la marui Gründerinnen-Teams so weit weg wohnt? Das hat den einfachen Grund, dass es mehr Sinn macht die Forschung während meines Japan-Studiums direkt hier zu betreiben, als mich in Europa an fern-Forschung zu versuchen. Ich habe meinen Bachelor in Japanologie in der Schweiz (Universität Zürich) abgeschlossen und mache nun meinen Master an der Waseda Universität in Tokyo.

Das hat uns nun auf die Idee gebracht, euch das Leben oder zumindest die Mode hier ein wenig näher zu bringen. Schliesslich sehen wahrscheinlich viele von euch nicht oft, was auf der anderen Seite des Globus läuft, richtig?

Japan ist bekannt für viele Dinge, die ich hier denke ich nicht alle aufzuzählen brauche (Sushi, Samurai, schwere AKW-Unfälle und so…nein, Scherz bei Seite, ihr wisst was ich meine). Relevant für die Mode ist sicherlich die traditionelle Japanische Kleidung, von der heute nur noch der Kimono und – noch häufiger – der Yukata im Sommer getragen werden.

Photo credit: 白石 [CC BY-SA 2.5] via Photozou
Junge Frauen tragen farbenfrohe Yukata auf dem weg zu einem Sommerfest. (Photo credit: 白石准 [CC BY-SA 2.5] via Photozou)

Weiter spannend ist, dass Japan – noch viel stärker als andere Länder, die ich besucht habe – lose Kleidung mag. Eng andliegendes ist nicht häufig und wenn, dann nur einen Teil der Klamotten, nicht alles. Ein paar Grundregeln, die mir das Leben hier gezeigt hat (nicht, dass ich die beachten würde):

1. Keinen Ausschnitt tragen. Gilt als unschön/offen verführerisch.

2. Bein zeigen ist kein Problem. Kein Bein zeigen ist fast schon problematisch, hingegen. Kurzer Rock? Völlig in Ordnung.

3. Eng anliegende Kleidung ist – ähnlich wie ein Ausschnitt zu tragen – eher schlecht.

4. Möglichst stylisch, bitte. Tokyoterinnen haben’s im Griff mit den neusten Trends und auch mit gewagten Kombinationen kommt man – sofern genug  Selbstbewusstsein – durch.

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Was aber in jedem Fall wichtig scheint, ist dass die Frauen schlank sind. In jedem Zug, Bahnhof und Einkaufszentrum findet sich Werbung für Diätprodukte. Von Crêmes bis Pillen, von Fitness-Klubs, die nicht etwa mit Fitness- sondern mit Abnehm-Programmen werben, bis Kleiderläden, überall sieht man sehr schlanke Frauen. Hört man den Schülerinnen auf dem Zug zu, sind „ich bin zu dick“ oder „ich muss eine Diät machen“ Teil des Gesprächs. Dass das in anderen Teilen der Welt nicht anders ist, wissen wir natürlich, doch in Japan hat bis vor Kurzem die Grosse Grössen-Community stillgeschwiegen.

Property of Fujisan Magazine Service
Property of Fujisan Magazine Service

Im März 2013 kam es dann: mit einem Knall betrat das Plus Size Magazin „La Farfa“ (abgekürzt für „Schmetterling“ im Italienischen) Japan’s Modeszene. Mit riesigem Erfolg, denn die erste Edition war nach kurzer Zeit bereits vergriffen. La Farfa war ausschlaggebend in dem das Magazin eine Platform und eine Informationsquelle zur japanischen Plus Size Szene bot. Wichtige Listen mit Grosse Grössen Geschäftern in Tokyo und Umgebung, Events und Weiteres machen dieses Heft zu einem Knoten- und Angelpunkt für zuvor eher im Untergrund schlummernde Mode. Weiter ist La Farfa auch ein Tabu-brechendes Magazin: die unmöglichen Standards der Fashion Industrie werden angefochten oder offen abgelehnt und die „pocchari joshi“ (ぽっちゃり女子、 jap. in etwa „Marshmallow Mädchen“) feiern ihre Körper in allen Arten von Kleidung.

Dieser mutige Aufschrei der Japanerinnen hat viele weitere dazu bringen können, sich in der Öffentlichkeit und im Internet wohler zu fühlen und sogar an Fashion Shows teilzunehmen. Eine richtig tolle Sache, La Farfa.

Auf Instagram gefunden: La Farfa’s offizieller stream beinhaltet die neusten Trends, Photoshoots, Models, Events und vieles mehr. Professionell und zugleich gewagt und frei in ihrer Modeauswahl kommt das Magazin wirklich gut an bei einem Grossteil des Publikums.

Finally picked up a copy of #LaFarfa!

A photo posted by Kaya (@giantscreamer) on


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La Farfa gewinnt auch bei internationalen BesucherInnen an Popularität und bringt frischen Wind in die japanische Mode und Lifestyle-Szene, wie der Eintrag oben zeigt.

Die Frage bleibt jedoch, wie sehr die japanische Gesellschaft ihre Akzeptanz gegenüber anderen Körperidealen und anderen Lebensstilen erweitern kann. Bisher scheint die Bevölkerung allgemein noch nicht sehr anders oder weniger auf das Schlanksein bedacht. Es ist Fakt, dass Japan’s Frauen zu den dünnen gehören im weltweiten Vergleich*. Zudem ist unbekannt, wie viele an Essensstörungen leiden, da das ein Tabuthema ist und folglich selten zur Sprache und somit ans Licht kommt.

Dass die Gesellschaft in Japan jedoch den weltweiten Trend, mehr Akzeptanz zu zeigen und somit den Menschen mehr Freiheit und einen positiven Lebensstil zu ermöglichen, nicht ignorieren kann hat sich gezeigt. Gesundheit und Schönheit werden immer wichtige Kriterien sein, doch können sich dieselben jederzeit wandeln. Wir würden uns wünschen, dass kein spezielles Magazin nötig ist, um einen solchen Wandel hervorzubringen, doch lässt sich nicht abstreiten, dass oft eine solche Massnahme erst zu einem grösseren Bewusstsein und somit zu einer Normalisierung führen kann. Bis japanische Fashion Magazine die Grosse Grössen-Models ganz natürlich in ihre Ausgaben integrieren und auf die Titelseiten bringen, muss – so zumindest meine nüchterne Prognose – noch ein Weilchen vergehen.

*Laut dem japanischen Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (www.e-stat.go.jp/SG1/estat/Xlsdl.do?sinfid=000027237853)

DO YOU KNOW WHO MADE YOUR DRESS?

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Wir wissen alle, dass Kinderarbeit und Ausbeutung in der Modeindustrie zum traurigen Alltag gehören.

Zahlreiche Kampagnen in den letzten Jahren haben uns dieses Wissen nicht vergessen lassen. Wir waren empört, schockiert, betroffen und fühlten uns betrogen von all den grossen Brands in den Einkaufszentren. Wir hiessen ihr Handlen nicht gut und fanden die öffentlichen Hetzkampagnen nur richtig. Sollten diese Schurken büssen für all die Leben, die sie ruiniert hatten, für all die armen Frauen in brennenden Fabriken und Kinder mit vergifteten Körpern. Das ganze, wie so vieles in den Medien und in unserem Bewusstsein, hielt für die meisten von uns gerade mal einen Monat. Maximum. Dann kam die nächste „SALE“-Kampagne von H&M oder Zara oder Mango oder wem auch immer und wir wurden wieder zu kaufwütigen Fashionanhängerinnen. Zumindest war das bei mir so.

Factory worker from SEKEM in Egypt - fair treatment shows on the worker's face and in his demeanor.
Factory worker from SEKEM in Egypt – fair treatment shows on the worker’s face and in his demeanor.

„Die anderen tun’s doch auch. Wieso sollte nur ich nicht die Kleidung kaufen können, die ich möchte? Ich kann mir die teuren Sachen von irgendwelchen Modeboutiqen, die auf Nachhaltigkeit und Fairness achten nicht leisten! Ich MUSS ja fast zu den günstigeren, massenproduzierten Modehäusern gehen!“ Lauter gute Gründe hatte ich und habe ich noch heute. Ich kaufe niemals leichtgläubig und ohne zu überlegen ein, aber ich kann mich nur so einschränken, dass ich überhaupt noch Kleidung kaufen kann. Auf Herkunft und Produktion achte ich genauso wie auf Nachhaltigkeit aber sollte mich das Modehaus belügen habe ich keine Chance. Als Käuferin bin ich den allfälligen Lügen der Marken ausgeliefert und sehe mich gezwungen, Schweigen oder Undurchsichtigkeit der Produzenten meiner Mode als negativ einzustufen. Das heisst, wenn nicht steht, dass auf all die wichtigen Faktoren geachtet wurde, dann wurde das auch nicht und ich kaufe unter Umständen von Kindern genähte Ware.

„Die Modeindustrie lässt uns oft keine Wahl.“ Das stimmt schon und ist eines der Dinge, die uns bei la marui am meisten trifft. Es braucht nicht nur für alle Grössen mehr Auwahl; es braucht allgemein mehr Auswahl. Damit meinen wir nicht die Farben oder Styles der Kleidung. Mehr faire, mehr nachhaltige, mehr „gute“ Mode muss her. Wir müssen uns von den Marken distanzieren können, ohne in unserer Wahl komplett eingeschränkt zu werden. Eine Verschiebung auf trendige UND „gute“ Mode würde den anderen nichts anderes übrig lassen, als sich anzuschliessen und Transparenz zu zeigen. Fair zu sein. Wer gibt uns denn das Recht, diese Menschen zu ignorieren und die Schuld auf die Marken zu schieben, wenn wir wissen, dass die Nachfrage schliesslich immernoch das Angebot bestimmt? Wohl wahr, dass die Abwärtsspirale der Preise viele Produzenten von Mode dazu „gezwungen“ hat mitzumachen, doch sind wir denn wirklich so machtlos? Sollte das nicht zweitrangig sein, vor den ganzen Menschenleben die hier – entschuldigt die forsche Sprache – draufgehen? Wenn wir das ganze betrachten, sehen wir doch immernoch im Grunde die Ungerechtigkeit, gegen die wir etwas tun können. Ganz konkret. Vielleicht ändern wir nicht über Nacht die ganze Industrie aber wir haben eine Stimme, denn wir haben Geld. Wir besitzen Kaufkraft und somit Macht.

Photo courtesy of fashionrevolution.org
Photo courtesy of fashionrevolution.org

Kampagnen, wie die „Fashion Revolution“ zielen genau auf dieses Wissen und unseren Einfluss. Wir sollten die ganzen Modemarken ganz ehrlich fragen: „Wer hat meine Kleidung gemacht?“ Transparenz ist der erste Schritt. Vielleicht nur ein kleiner aber einer mit so richtig viel Bedeutung.

Wir haben keine Ausreden mehr.

Es geht hier um Menschen.

STARTUP ON MY MIND

Ich habe lange überlegt, welches Thema ich für den neusten Eintrag bearbeiten soll. Es ist Sommer, die Modewelt dient mit „Summer Sale!“ überall den ‚fast fashion‘-Anhängerinnen und wir alle suchen uns die Informationen zu den neusten Trends online zusammen. Mitmischen wäre definitiv eine Option gewesen, doch schien mir die Startup-Szene und unsere Erfahrung ebenso wichtig. Und gerade weil Sommer ist, ein wenig erfrischender als einfach repetitiv nachzuplappern was bei anderen zu lesen ist.

Für die von euch, die nicht an ökonomischem Gefasel interessiert sind; keine Sorge, der Eintrag bietet einen Einblick in die Mühen und Freuden der Entstehung von la marui. Ich werde hier nicht in lange Ausschweifungen ausbrechen und es ist eine kurze Übersicht über Startup-Gründung und was das so alles mit sich bringt.

Laut dem Bundesamt für Statistik, gibt es rund 40’000 Gründungen jährlich in der Schweiz. Obwohl generell bekannt ist, dass Startups nicht die rosigsten Aussichten bezüglich Arbeitspensum und finanzieller Sicherheit mit sich bringen, überwiegt scheinbar bei vielen GründerInnen der Wunsch ihr Geschäftsleben selbst zu bestimmen. So war es auch bei uns 3DIVAZ: eines Abends, nach ein paar Gläsern Wein und Cynar beim Chinesen in Altstetten (super Essen, übrigens) hatten wir genug. Oft hatten wir uns zu dritt mit einer guten Freundin und Arbeitskollegin über unseren Beruf damals ausgelassen; die Kommunikation bemängelt, die stressige Situation verflucht und die fehlende Wertschätzung der Mitarbeitenden kritisiert. Wirklich produktiv konnte man das nicht nennen. Wir änderten dadurch unsere Situation keineswegs. Zurück zum Chinesen. Wir waren also wieder einmal dabei, uns mit einer Arbeitskollegin über die Missstände aufzuregen, als uns – wie vielen wahrscheinlich – der zündende Gedanke kam: eigene Firma! Die alten Säcke konnten uns doch mal, wir wollten etwas Tolles schaffen. Wir wollten produktiv sein und unsere Energie in etwas investieren, was uns und die Leute um uns herum weiterbrachte. Die Arbeitskollegin Jana Ivanov, die damals 2013 dabei war, begleitete uns auf der ersten Strecke der Gründung. Das war der Start der drei Diven.–

Jana, Sam und Liana (von links nach rechts)
Jana, Sam und Liana (von links nach rechts)

Die nächsten Monate verbrachten wir mit Informationsbeschaffung, Marktanalysen, Beratungssitzungen zur Gründungsprozedur und viel mehr. Wir wollten wissen, ob unser Startup überhaupt realistisch war. Denn als der Alkoholrausch nachgelassen hatte, war uns doch auch bewusst, dass das alles nicht so einfach sein konnte. Wir wurden auch oft gewarnt: Die Finanzielle Gratwanderung zwischen dem Job, den man momentan macht und dem eigenen Startup sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Den richtigen Augenblick zu erwischen und dem Startup genug Zeit widmen, das waren wichtige Lehren aus den Beratungsgesprächen und später auch aus eigener Erfahrung. Aufgeben war aber irgendwie von Anfang an nie ein Thema. Als nach einem halben Jahr deutlich wurde, dass unser Originalprojekt – die Verkaufsplattform für eine ganz spezifische Marke aus Kanada zu werden und so mit ihnen zusammen zu arbeiten – nicht klappen würde, mussten wir uns umorientieren. Wir fokussierten also auf das Kernthema – Mode für Frauen im grosse Grössen-Bereich. Mit allem was uns wichtig war: Nachhaltigkeit, Fairness, Qualität und so weiter. Wir erarbeiteten also ein neues Konzept, starteten die Arbeit an einem neuen Businessplan und gründeten gleichzeitig im Juli 2014 unsere Firma 3DIVAZ GmbH. Ein Meilenstein und der Startschuss für einen Marathon!

Nun galt es ernst; wir hatten eine Firma und wollten uns so richtig ins Zeug legen, um etwas daraus zu machen. Es dauerte ein volles Jahr – die Entscheidungen und Diskussionen, die rechtlichen Fundamente und Absicherungen, die genaue Definition unseres Geschäftsmodells und das Netzwerk – bis wir einen klar(eren) Startplan hatten. Nun mussten wir die ganzen Verträge mit den Partnerfirmen für Logistik, Zahlungssystem, Lagerhaus, Produktion, Webhosting und so weiter definieren und finalisieren. Weitere Monate vergingen und ich denke, das ist ein wichtiger Teil unseres Lernprozesses: es geht grundsätzlich alles. Man kann alles lernen, doch braucht es oft unglaublich viel länger, als man dachte. Wir waren keineswegs naiv, doch hätten wir uns nie träumen lassen, wie sehr die Zeit zu Mangelware werden würde. Gerade im Modebereich, wo die Saison den Zyklus bestimmt und alles genau kalkuliert wird, ist es nicht einfach, neu einzusteigen.

Die letzten Monate 2015 und nun das erste halbe Jahr 2016 war grossartig und schrecklich zugleich. Wir haben die Produktion überwacht (mit den Produzentinnen über Farben und Material gestritten), die ersten Pakete verschickt (das Design der Schachtel gefühlte 100 Mal geändert), die Webpage live geschaltet (viel über wie man eine Page NICHT aufsetzt gelernt) und vieles mehr. Was ihr heute seht, ist Produkt unserer Steilen Lernkurve von Startup-Laien zu Gründerinnen und Geschäftsfrauen. So viel Liebe und harte Arbeit ist in unser Projekt und la marui eingeflossen und wir schätzen uns, trotz Stolpersteinen, sehr glücklich so weit gekommen zu sein. Wir wollen die Verbindung zu unserem originalen Gedanken nicht aus den Augen verlieren und mit diesem Blogeintrag wollen wir nicht nur den la marui Kundinnen einen Blick hinter die Kulissen geben, aber auch uns selbst daran erinnern, was wir schaffen wollten und wohin wir von hier aus gehen müssen.

Wohin wir gehen wollen.

Wohin wir gehen.

Eure la marui Gründerinnen

Liana und Sam

TERMINOLOGY, BODIES AND SOCIETY

Recently, several women* have discussed the term „plus size“ in the media and are adamant about it being removed from our active vocabulary. You ask why is the term so hated? If there is a positive way of saying fat women, wouldn’t plus size then be a great term to use?

Well, that is true, if that is the extent of your wishes. If as women and as part of today’s society we want to be termed and therefore confined within that space, then plus size is a great term to use. And to be honest, I kinda like it, too. It’s energetic, sounds kinda fun and gives the ‚body large‘ community an identity through being named and identifiable.

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But it also means that we are being differentiated. We are not the same as ’normal‘ women or everyone else in the fashion industry (which basically means all the ’skinny‘ people and fashion). We are the others. ‚Otherness‘ is a common term used in Anthropology and Ethnology to describe the feeling of being an outsider, and the feeling of seeing someone as an outsider. It goes both ways and thus creates difference, not in the sense of individuality but negative distinction. As such, societies and we as humans should not strive to negatively differentiate ourselves from other humans. We should see common factors and promote ‚togetherness‘.

In the plus size dialogue this translates to getting rid of a term to differentiate large bodies and their fashion, lifestyle and identities from the norm. Rather than finding a better, more suited term or getting people to accept plus size as something not apart from them, the goal should be to remove terminology all together. If there is no term and fixed identity to judge and categorize women by, we can start talking about acceptance of different body images and lifestyles.

We can start talking about fashion.

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*Both Ashley Graham and Melissa McCarthy have spoken very eloquently about this topic. Check out their videos and interviews online for more details!

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Melissa McCarthy agrees with Ashley Graham about the negatives of the ‚plus size‘ label (external link)

SOMETHING ABOUT LA MARUI

Diesen ersten Eintrag schreiben wir vom la marui team, um euch Einsicht in unsere Philosophie, Werte, Produktion und vieles mehr zu verschaffen.

Liana Zanin und Samantha Khairallah heissen wir und sind ein Zwei-Generationen-Team. Da la marui unser schwer erarbeitetes Wunschprojekt ist, möchten wir vieles im Online-Shop direkt selber machen, so zum Beispiel auch den marui blog. Von Anfang an merkten wir, dass es uns unglaublich wichtig ist, euch Qualität liefern zu können. Da wir oftmals selbst am meisten Einsicht haben und immer mit Herz bei der Sache sind, möchten wie deshalb gerne so lange wie nur irgend möglich in allen Bereichen von la marui persönlich involviert sein.

So haben wir uns auch entschieden die Basic Collection, die nun im SHOP für euch bereit ist, selbst produzieren zu lassen. Wir haben uns in Ägypten tolle Partnerunternehmen dazugeholt, um euch die besten Materialien liefern zu können. Wir arbeiten dort mit SEKEM und deren Textilabteilung NatureTEX zusammen, die uns zertifizierte, biologisch angebaute und fair gewonnene Baumwolle liefert und verarbeitet.

Die sehr langfasrige ägyptische Baumwolle war schon immer bekannt für ihre hohe Qualität und Hautverträglichkeit. Die Entscheidung in Ägypten zu produzieren fiel also leicht und wir haben das mit der Hautverträglichkeit natürlich gleich selber ausprobiert. ?

Wir sind uns sicher, dass ihr auch super-zufrieden damit sein werdet.

Wie uns die Qualität der Materialien wichtig ist, sehen wir uns auch in anderen Bereichen verpflichtet die Qualität an oberste Stelle zu platzieren. Wir möchten, dass ihr als Kundinnen und Frauen durch unseren Shop, den Blog und das soziale Netzwerk nicht nur Einblicke in das Unternehmen, sondern volle Transparenz in unseren Meinungen und Gedanken als Gründerinnen erlebt und ein einmaliges Einkaufserlebnis geniesst.

Unser Wunsch ist, dass la marui nicht nur einfach ein weiterer Online-Shop wird, sondern eine Vorreiterin – eine Hybridform zwischen Netzwerk und Shop. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, dass la marui positive und faire Botschaften senden soll, damit wir Frauen uns angesprochen und respektiert fühlen.

Hierzu noch einen kleinen Einschub; die Mode von la marui ist für füllige Frauen. Wir haben unser Motto als Wunsch einer Mode-Demokratie formuliert und möchten, dass – ganz unabhängig von Grösse – alle Frauen sich so kleiden können, wie es ihnen passt. Was es aber nicht heisst, ist dass wir ungesundes Körpergewicht – sei es zu wenig oder zu viel – gutheissen wollen. Die Diskussion um Körpergewicht nehmen wir sehr ernst und haben uns entschieden, dass la marui das ‚positive body image‘ (das positive Körperbild) fördern soll.

Wir freuen uns unendlich auf euch und euer feedback!

Bitte lasst uns wissen, wenn ihr Anregungen, Ideen und weiteres habt.

Liana und Sam

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