Lena

STECKBRIEF

Alter: 13

Kleidergrösse: am liebsten 38 aber eigentlich 52/54

Körpergrösse: 178cm (Schuhgrösse 44)

Nationalität: Deutsch (lebe seit 8 Jahren in der Schweiz)

Beruf: Schülerin und Tochter

 

WIE IST FÜR DICH DER ALLTAG ALS DICKER TEENIE?

Schwer. Oft lästern sie hinter meinem Rücken und oft werde ich angestarrt. Was mir grad besonders schwer fällt, ist der Zwang zum Sport. Da komme ich manchmal einfach nicht mit, nicht hoch oder nicht hin. Grad wenn wir mehrere Kilometer rennen müssen. Auch wenn ich unterwegs bin habe ich das Gefühl, dass mich die Leute anschauen.

Oder beim Kleiderkauf, das ist auch nicht einfach. Die coolen Sachen passen halt nicht. Dasselbe bei den Schuhen. Aber im Internet finde ich meistens noch etwas, vor allem bei la marui.

Im Alltag fürchte ich mich oft davor, dass ich in eine Situation gerate, in der ich ‚nicht passen könnte. Dass ich heraussteche, Anlass dazu gebe, dass die anderen mich anstarren oder ausgrenzen könnten. Dieses Anderssein ist oft schwierig und dabei unbeschwert zu bleiben ist nicht einfach.

KANNST DU DICH ALS DICKEN TEENIE AKZEPTIEREN?

So richtig kann ich das nicht, es ist mega-schwierig für eine Jugendliche wie mich.

Wenn ich mit meinen Kolleginnen draussen bin, dann vergesse ich, dass ich anders bin. Dann kann ich mich akzeptieren wie ich bin, in diesem Moment. Dann weiss ich, dass auch meine Freundinnen mich akzeptieren und meine Grösse und Gewicht sind kein Thema mehr.

Nur zwei von allen Mädchen in meiner Klasse akzeptieren sich so, wie sie sind. Ein Mädchen ist sogar magersüchtig und die meisten anderen, können sich nicht akzeptieren wie sie sind.

Auch diejenigen die schlank sind, machen sich selbst noch runter. Das ist etwas was ich nicht tue.

Die Buben sind eh alle schlank und die finden sich eh immer die besten. Obwohl, bei den Buben gibt es schon auch den Six-Pack-Druck…

Gewicht ist eigentlich dauernd ein Thema und essen ebenfalls. Während des Essens denke ich nicht daran, da vergesse ich alles um mich herum. Aber nachher, vor allem wenn ich wieder zu viel gegessen habe, dann habe ich oft ein schlechtes Gewissen.

 

HAST DU EINEN TRAUM DEN DU DIR ERFÜLLEN WILLST?

Megaviele sogar!

  • Ich will einen guten Schulabschluss machen, ich muss jetzt noch 1.5 Jahre Bezirksschule, dann Kantonsschule und dann will ich Jura (Recht) studieren und Anwältin werden
  • Nach dem Studium will ich eine Weltreise machen, 1-1.5 Jahre lang will ich um die Welt reisen, jedes Land besuchen, mir alles anschauen
  • Ich will eine Familie, Kinder, einen guten Job und – vielleicht auch etwas weniger wiegen…

Ich hab noch keinen Traum Mann, aber er soll Schlau sein, kein Prolet, er soll einen guten Job haben und gut verdienen, er soll Humor haben und er soll mich so akzeptieren wie ich bin und mich lieben. Er soll keine Lusche sein, kein Milchbubi.

GIB UNS NOCH EIN PAAR POSITIVE GEDANKEN MIT

Wir dürfen nie aufgeben selbst wenn keine Lösung in Sicht ist, es geht immer weiter. Auch wenn’s mal anstrengend ist, wir müssen versuchen, unsere Ziele zu erreichen, so gut wie möglich. Wenn’s sein muss, kann man auch mal ein wenig lügen.

Wir sollten positiv in die Zukunft schauen, die Vergangenheit können wir eh nicht ändern aber wir können’s in der Zukunft besser machen.

Wir haben alle einen Naschbrettbauch – denkt immer an das!


Ein Wort in eigener Sache

Ich habe mir reiflich überlegt ob ich dieses Interview mit einem Teenie machen sollte, der gerade erst 13 Jahre alt geworden ist. Auch mit Lena’s Mutter, Christiane, habe ich das besprochen. Von ihr brauchte ich auch die Zustimmung. Einerseits wollte ich Lena mit diesen Fragen nicht weh tun und andererseits fragte ich mich, was uns ein 13-jähriges Mädchen denn zu sagen haben könnte.

Well, Lena ist aus meiner Sicht überdurchschnittlich clever. In manchen Dingen ist sie ihren Jahren auch weit voraus. Sie ist ein fröhliches, offenes Mädchen mit einer starken und positiven Ausstrahlung. Sie hat sich auf die Fragen vorbereitet und ohne zu zögern erzählt. Es war mir eine Freude, mit ihr zu plaudern und ich bin froh, dass wir das Gespräch mit ihr, zu den monatlichen Interviews dazu zählen können. Als Kurvenfrau ist es mir wichtig, gerade junge, heranwachsende kurvige Frauen zu untersützen. Sie sollen erleben, dass sie nicht alleine sind und dass wir alle, die wir bereits mehr Erfahrung haben, diese Erfahrungen auch zu teilen bereit sind. Sie soll davon profitieren können.

Den Herausforderungen die sich Lena stellen muss zum Trotz – oder aber gerade deswegen – bin ich überzeugt, dass sie ihren Weg gehen wird. Ich wünsche ihr dabei viel Glück und Mut, Kraft und Liebe.

 

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